Architektur, die Religion und Kultur vereint

Die Architektur ist ein riesengroßes Themengebiet. Hinter dieser steckt meist nicht nur die Idee und Kreativität eines Architekten, sondern oftmals auch Geschichte, Religion und Kultur. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die einzigartige Architektur der Khmer, einem Volk aus Kambodscha. Während das Land zu einem der ärmsten Länder dieser Welt zählt, gelten vor allem die Tempelbauten von Angkor zu den wertvollsten. Darüberhinaus gilt dieser Ort als heiligster Ort der Welt.

Das Gelände um den atemberaubenden Angkor Wat Tempel

Strenge Bauvorschriften

Während es zwar keine festgehaltenen Vorschriften für die Khmer Architektur gibt, hält diese an der Umsetzung strenger geometrischer Muster unter der Berücksichtigung religiöser Gesetze fest. All die Tempel, welche im heiligen Ort Angkor zu finden sind, sollen ein Abbild des gigantischen Universums darstellen. Da die Bautechnik der Khmer nicht sehr stabil ist, sind vielerlei Erneuerungen im Laufe der Jahrhunderte an den Tempeln fällig gewesen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass hier keine Modernisierungen erfolgen, sondern ganz im Gegenteil sich noch immer an die heiligen Vorschriften gehalten wird. So passiert es, dass es an manchen Tempeln gar nicht auffallen wird, dass hier erst kürzlich eine Renovierung erfolgt ist.

Herkunft der Khmer Architektur

Nicht bloß die Architektur, sondern nahezu die gesamte Kultur des kambodschanischen Volkes basiert auf dem Einfluss Indiens. Diese Einflüsse wurden bereits in den ersten Jahrhunderten in das Reich von Kambodscha gebracht. Erst sehr spät lösten sich die Khmer vom indischen Stil und begannen nach und nach ihre eigene unverwechselbare Architektur zur erstellen. Heute ist nur noch bei wenigen Bauten des Landes der indische Einfluss wiedererkennbar.

Gigantische Baumwurzeln um den Tempel Ta Prom

Das Baumaterial

Das bevorzugte Baumaterial der Khmer war stets der Ziegel. Rundherum um die Stätten von Angkor war ausreichend Ton vorhanden, welches als Grundstoff für die Herstellung genutzt worden ist. Die bemerkenswerten Details wie ausgeschmückte Fensterrahmen und Türgewände sind schon früh aus dem Naturstein hergestellt worden. Alle Bauten wurden in Feinstarbeit mit Steinmetzarbeiten verziert.

Einer der faszinierendsten Aspekte der Khmer Bauten ist, dass diese ausschließlich aus Stein gebaut sind, in der näheren Umgebung jedoch zu keiner Zeit Steine aufzutreiben waren. Tatsächlich nutzen die Khmer Steine, die in einer Entfernung von 40 Kilometer in den Kulen-Bergen, welche nordöstlich von Angkor liegen, abgebaut worden sind. Heute mag das nach keiner großen Entfernung mehr klingen. Zu damaligen Zeit sind diese allerdings noch per Hand zu Fuß oder im späteren Zeitalter mit kleinen Kutschen transportiert worden.

Feinstarbeit für die Details des Bayon Tempels

Für den Bau von Außenmauern und Unterkonstruktionen nutzen die Khmer Laterit. Dies ist ein Gestein, welches durch Verwitterung anderer Gesteine entsteht. Durch die Feuchtigkeit des Steins erwies sich der Abbau von diesem als sehr leicht. Allerdings war er für detaillierte Arbeiten wie dekorativen Elementen nicht zu gebrauchen, denn er war löchrig und damit relativ unstabil. Hier mussten die Khmer nun auf den schweren Sandstein zurückgreifen, den sie zuvor etliche Kilometer weit transportieren mussten. Auch der Abbau des Sandsteins erweist sich als deutlich schwieriger als der Abbau von Laterit. Dennoch war dieser notwendig, da er sich fein bearbeiten und glattschleifen ließ. Fassaden und Wände der Tempel wurden ausschließlich aus diesem hergestellt, da er es den Khmern erlaubte, wertvolle Dekorationen auszuarbeiten, welche die kulturelle Vielfalt und den starken religiösen Glauben des Volkes widerspiegeln.

Heute wird das Weltkulturerbe Gebiet Angkor täglich von tausenden von Besuchern aller Welt bestaunt. Zahlreiche Einnahmen, die dadurch erzielt werden, gehen in Erneuerungen der Bauten ein, welche wie bereits erwähnt meist gar nicht ins Auge fallen.

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